Berichte

26.10.2018

Der Erste Weltkrieg - Inventarisierung von Münzen und Medaillen durch Nachwuchs-Numismatiker

Zu Zeiten des Ersten Weltkrieges erfolgte zum Zwecke der Kriegseuphorie eine massenhafte Produktion von Prägungen auf Medaillen, Münzen und Plaketten. Ein Bruchteil dieser, mit zum Teil kuriosen Abbildungen auf Avers und Revers versehenen, Prägungen, befindet sich heute im Münzkabinett des Landesmuseums Württemberg. Gefördert vom Numismatischen Verbund in Baden-Württemberg konnte mithilfe der beiden Heidelberger Studenten Vivien Schiefer und Nicolas Schmitt der Bestand erfasst und digitalisiert werden. Nun stehen die inventarisierten Prägungen der Sammlung des Landesmuseums Württembergs der breiten Masse in Form einer digitalen Präsentation zur Verfügung!
Mehr dazu im Blog!

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04.10.2018

Eine Heidelberger Geschichtsstudentin und der Münzfund von Eschelbach

Im Jahr 1921 wurde unter unbekannten Fundumständen ein Hort von 10 kg Münzen in Eschelbach, einem Stadtteil von Neuenstein im Hohenloher Kreis, gehoben. Die Münzen wurden nach ihrer Entdeckung von Professor Müller untersucht, der dem mutmaßlich privaten Finder den Großteil der Stücke am 23. September 1925 wieder aushändigte. Er behielt für das Museum lediglich 210 Silbermünzen, die mit etwa 383 g nur 3,83% des ursprünglichen Schatzes ausmachen.
Die Heidelberger Studentin Caroline Schmuck berichtet über das numismatische Vergnügen im Landesmuseum Württemberg die 210 auserwählten Vertreter dieses Schatzes in ihren Semesterferien zu bearbeiten.

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27.06.2018

Bericht zum Festakt des Numismatischen Verbundes in Baden-Württemberg

Bericht zum Festakt des Numismatischen Verbundes in Baden-Württemberg
Anlässlich des Abschlusses der ersten Phase des Numismatischen Verbundes in Baden-Württemberg (NV BW) fand am Freitag, den 22. Juni 2018, im Haus der Musik im Fruchtkasten in Stuttgart ein Festakt statt.
Nach der Begrüßung durch Dr. Matthias Ohm (Landesmuseum Württemberg) richtete die Staatssekretärin Petra Olschowski ein Grußwort an die rund 60 Gäste. Im Namen der Landesregierung stellte sie die Bedeutung der Kleinen Fächer wie der Numismatik als Kernbestand der wissenschaftlichen Landschaft Baden-Württembergs heraus, welche auch für die hohe internationale Reputation der Universitäten des Landes eine Rolle spielten. In diesem Zusammenhang betonte Staatssekretärin Olschowski auch die „Pionierarbeit“ des NV BWs, eines von 13 im Zuge der „Landesinitiative ‚Kleine Fächer' Baden-Württemberg“ geförderten Projekten, aufgrund von dessen interdisziplinärer und interinstitutionellen Arbeit – schließlich sind im NV BW nicht nur Universitätsinstitute, sondern auch Museen und das Landesamt für Denkmalpflege involviert.
Im Folgenden skizzierte Prof. Dr. Christian Witschel von der Universität Heidelberg die Genese des NV BW als erster Institution dieser Art in einem deutschen Bundesland. Hervorgehoben wurde von ihm die nationale Vernetzung sowie der Transfer in die Öffentlichkeit und in die wissenschaftliche Community durch die Homepage (NumismatischerVerbundBW.de), die epochenübergreifende E-Learning-Plattform (NumiScience.de) und das numismatische Portal Baden-Württemberg (Numismatik-BW.de/), in dem langfristig alle numismatischen Objekte des Verbundes online zugänglich gemacht werden. Prof. Witschel stellte besonders die Bedeutung der letzten beiden online-Angebote für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses heraus, ebenso die durch den Verbund finanzierte Lehre, die Spring School des NV BW im April 2018 sowie die vom NV BW koordinierte Praktikumsbörse.
Im Festvortrag des Abends, welcher den Titel „Numismatik 2023“ trug, machte Prof. Dr. Bernhard Weisser, Direktor des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, eine Bestandsaufnahme der aktuellen numismatischen Berliner Forschung und skizzierte die Herausforderungen, vor der die Numismatik in den nächsten fünf Jahren stehen wird: so sei die Bedeutung der Provenienzforschung nicht zu unterschätzen, ebenso dürfte der Fokus der Sammlungen nicht nur auf Bestandsdokumentation liegen, sondern müsste auch auf Vermittlung gerichtet werden. Prof. Weisser plädierte dafür, sich vom „Leuchtturm-Denken“ abzukehren und sich zwecks des gemeinsamen Werkzeugs des Datenaustausches zusammenzuschließen. Ziel sei dabei v.a. der maschinenlesbare Datenaustauch. In diesem Zusammenhang stellte er auch den Mehrwert digitaler Publikationen im Vergleich zu Buchpublikationen heraus. Besondere Bedeutung hätten die Erstellung und Pflege von Normdaten, damit Erkenntnisse auf Portalen wie z.B. OCRE (Online Coins of the Roman Empire, numismatics.org/ocre/), Pella (makedonische Münzen, numismatics.org/pella/) oder dem Corpus Nummorum (thrakische Münzen, www.corpus-nummorum.eu/) einheitlich zu bewerten seien.
Im Anschluss an die Rede Prof. Weissers fand ein Stehempfang statt. Der Numismatische Verbund in Baden-Württemberg wird vom 01. Juli 2016 bis zum 31. Oktober 2018 vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Baden-Württemberg gefördert.
Friederike Stahlke, Universität Heidelberg

13.04.2018

Die Erlebnisse von drei angehenden (Kunst-)HistorikerInnen der Universität Heidelberg im LMW

Drei angehende (Kunst-)HistorikerInnen der Universität Heidelberg arbeiten derzeit als Hilfskräfte im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart und unterstützen den Kurator Dr. Matthias Ohm. Sie arbeiten gerade einen 900 Münzen umfassenden Schatz aus den 1670er Jahren auf. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde dieser in einem Kuhstall in Öschelbronn (Landkreis Böblingen) gefunden und befindet sich heute im Münzkabinett des Landesmuseums Württemberg.
Ihre Erlebnisse und Erfahrungen bei der Bearbeitung des Schatzes schildern die drei Studierenden im Blog des LMW.
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10.04.2018

Spring School "Fundnumismatik" des NV BW (3.-5. April 2018)

Am 3.-5.April 2018 fand die Spring School des Numismatischen Verbundes mit dem Titel
„Das Geld liegt auf der Straße – zum wissenschaftlichen Umgang mit Fundmünzen“
am Verbundstandort Mannheim (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim; Historisches Institut der Universität Mannheim) statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt 13 Universitäten aus dem deutschsprachigen Raum erhielten von ausgewiesenen Experten auf dem Feld der Numismatik eine theoretische und praktische Einführung in die Bestimmung von Fundmünzen der Antike bis zur Gegenwart. Zum Kursprogramm gehörte zudem eine Einführung in (Fund-) Münzdatenbanksysteme. Ebenso wurden Restaurierung und archäometrische Untersuchung von Fundmünzen behandelt und die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Auswertung diskutiert. Auch ein Besuch des Sammlungszentrums der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und des Historischen Museums der Pfalz in Speyer war Teil des Programms sowie die Teilnahme an einem Treffen der ehrenamtlichen Sondengänger der GDKE, Außenstelle Speyer.

Lehrende des Kurses waren:
Aileen Becker M.A. (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Außenstelle Speyer); Dr. Susanne Börner (Koordinatorin NVBW / Zentrum für antike Numismatik, Universität Heidelberg); PD Dr. Harald Derschka (Fachbereich Geschichte, Universität Konstanz); Daniel Franz (Historisches Institut, Universität Mannheim); Dr. Ulrich Himmelmann (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Außenstelle Speyer); Dipl. Museologin Noreen Klingspor (Landesmuseum Württemberg (LMW)); Stefan Kötz, M.A. (Westfälisches Landesmuseum Münster); Dr. Klaus Kortüm (Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (LAD)); Andreas Müller B.A. (Zentrum für antike Numismatik, Universität Heidelberg); Patricia Pfaff M.A. (Reiss-Engelhorn Museen, Mannheim); Dipl.-Inf. Mario Schlapke (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen, Weimar); PD Dr. Roland Schwab (Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie, Mannheim); Dr. Irmgard Siede (Reiss-Engelhorn Museen, Mannheim); Dr. David Wigg-Wolf (Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt a.M.); Dr. Sebastian Zanke (Historisches Museum der Pfalz in Speyer)

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07.03.2018

Neuerwerbung im Münzkabinett Stuttgart

Das Münzkabinett des LMW in Stuttgart hat einen Münzprüfer zum Geschenk erhalten.
Nach der politischen Einigung Deutschlands im Jahre 1871 musste auch das Geld vereinheitlicht werden: Im Norden galt der Taler, im Süden der Gulden. In ganz Deutschland wurde nun eine neue Währung eingeführt: die Mark zu 100 Pfennigen. Es gab Münzen im Wert von 1, 2, 5, 10, 20, 25 und 50 Pfennigen sowie von ½, 1, 2, 3, 5, 10 und 20 Mark. Um kontrollieren zu können, ob die neuen Geldstücke auch echt waren, gab es mechanische Münzprüfer. Einen solchen Prüfer hat das Münzkabinett im Herbst 2017 geschenkt bekommen – ein Stück, das trotz (oder gerade wegen) seiner einfachen Bedienung sehr fasziniert.

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07.03.2018

Münzbeprobung in Heidelberger Forschungsprojekt

Das Heidelberger Zentrum für antike Numismatik forscht derzeit mit zwei Projekten in den Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz in Speyer und in den Beständen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE)-Außenstelle Speyer.
Das eine Projekt "Der spätantike Münzhorizont in der Rhein-Neckar-Region" geht der Frage nach wie sich der spätantike rechts- und linksrheinische Münzumlauf unterschied.
Das andere Projekt "Münz-Imitationen im infrastrukturellen Kontext während der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts in der heutigen Pfalz" beschäftigt sich mit der Frage, wie groß der Anteil an Münzimitationen, das heißt in irregulären Prägestätten hergestellte Münzen nach römischem Vorbild, an der Gesamtmenge von Münzfunden in bestimmten pfälzischen Orten ist. Dabei soll auch untersucht werden, ob der Anteil an solchen Imitationen im Vergleich zu den "echten" römischen Münzen der Zeit höher ist, je abgelegener der Ort lag. Außerdem wird erforscht, woraus solche imitierten Münzen hergestellt wurden. Altmetall? Vergleichbare Legierungen wie bei den "echten" römischen Münzen? Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, werden dabei auch Proben der Münzen genommen und anschließend im Labor des Curt-Engelhorn-Zentrums für Archäometrie auf ihre metallurgische Zusammensetzung hin untersucht.
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19.01.2018

Vielseitige Zeitzeugen – Münzen und digitale Numismatik in der Schule

Über den Einsatz von Münzen in der schulischen Lehre finden Sie hier einen Artikel von Johannes Eberhardt (Universität Freiburg). Münzen sind Massenmedien, die seit ihrer Entstehung im 7. Jh. v. Chr. auf dynamisch wachsende Resonanz stoßen (Berthold/Weisser 2011). Sie eignen sich für den Schulunterricht nicht nur als anschauliche Objekte einer über 2500 Jahre alten Geschichte verschiedener Weltregionen, sondern sind vielmehr auch Zeitzeugen, an deren ‚Körperlichkeit‘ sich Spuren der Geschichte ablesen lassen.

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01.01.2018

Tagungsbericht Perspektiven der Numismatik 29.09.2017

Der Workshop " Perspektiven der Numismatik" wurde am 29.09.2017 durch den Numismatischen Verbund in Baden-Württemberg veranstaltet.
Anbei finden Sie den Tagungsbericht, verfasst durch Melanie Meaker (Universität Mannheim) und Annika Stoeger (Universität Heidelberg), mit dem genauen Tagungsprogramm und Zusammenfassungen der Vorträge .

28.11.2017

Kolloquium zum 75. Geburtstag von Ulrich Klein in Stuttgart

Im Oktober konnte Dr. Ulrich Klein, langjähriger Leiter des Münzkabinetts im Landesmuseum Württemberg und Vorsitzender des Württembergischen Vereins für Münzkunde, seinen 75. Geburtstag feiern. Aus Anlass dieses Jubiläums veranstaltet der Württembergische Verein für Münzkunde am Samstag, 21. Oktober, ein eintägiges Kolloquium mit sieben seiner numismatischen Weggefährten. Auf die Begrüßung durch Matthias Ohm, Nachfolger als Leiter des Münzkabinetts und als Vorsitzender des Münzvereins, und das Grußwort von Stefan Sonntag, Münzhändler und Verleger vieler Werke von Ulrich Klein, folgten sieben Vorträge, deren Themen die große Bandbreite der numismatischen Interessen des Jubilars von der Antike bis ins 20. Jahrhundert wiederspiegelten. Den Anfang machte Rainer Albert (Speyer), der über Augustus und die Kuh des Myron berichtete. Arent Pol (Utrecht) wandte sich der Sammlung Unger zu, die in den 1930er Jahren ins Stuttgarter Münzkabinett kam. Die beiden folgenden Vorträge waren den hochmittelalterlichen Münzen gewidmet, einem der Forschungsschwerpunkte Ulrich Kleins. Peter Ilisch (Münster) referierte über Die schwäbischen Münzen der ottonisch-salischen Zeit in polnischen Funden; Michael Matzke (Basel) berichtete über Neckarschwäbisches zwischen Tübingen und Sindelfingen. Das Thema von Matthias Ohm (Stuttgart) waren Münzen und Medaillen in Grundsteinen und Turmknäufen, während Albert Raff (Stuttgart) über neue Erkenntnisse zum Medaillenschaffen des königlich-württembergischen Hofmedailleurs Karl Schwenzer (1843–1904) informierte. Den Abschluss der gut besuchten Veranstaltung bildete der Vortrag von Bernd Kluge (Berlin) zum Quo vadis (deutsche) Numismatik?
Ein Druck der Vorträge ist in Vorbereitung.

01.11.2017

Ein Dukaten Kaiser Leopolds I. - ein außergewöhnlicher Münzfund in Vaihingen

Am 26. Mai 2017 machte Alexander Danz vom Vaihinger Geschichtsverein einen spektakulären Fund. Bei Aufräumarbeiten im Haspelturm entdeckte er zwischen zwei Steinplatten einen Dukaten. Die Goldmünze war im Jahr 1693 von Kaiser Leopold I. im ungarischen Kremnitz, dem heutigen Kremnica in der Slowakei, geprägt worden. Auf der Suche nach fachlicher numismatischer Beratung startete der Geschichtsverein eine Internetrecherche, stieß auf den Numismatischen Verbund Baden-Württemberg und kontaktierte Dr. Susanne Börner, Koordinatorin des Verbunds. Sie leitete die Anfrage an Dr. Matthias Ohm vom Münzkabinett im Landesmuseum Württemberg weiter, der die goldene Fundmünze begutachtete. Für den aktuellen Band der Schriftenreihe der Stadt Vaihingen an der Enz, der kurz vor der Drucklegung stand, verfasste er einen kleinen Beitrag, der Text und Bild von Vorder- und Rückseite erläutert, über Geschichte und Feingehalt der Dukaten informiert, Angaben zum Wert der Münze im ausgehenden 17. Jahrhundert bietet und schließlich Überlegungen anstellt, wann und warum die Goldmünze wohl verborgen wurde.
Vgl. dazu: Matthias Ohm, Ein in Kremnitz geprägter Dukaten aus dem Jahr 1693 - ein spektakulärer Fund im Vaihinger Haspelturm, in: Streifzug durch die Jahrhunderte, (Schriftenreihe der Stadt Vaihingen an der Enz, Bd. 15), Vaihingen an der Enz 2017, S. 245-249.