Berichte

28.11.2017

Kolloquium zum 75. Geburtstag von Ulrich Klein in Stuttgart

Im Oktober konnte Dr. Ulrich Klein, langjähriger Leiter des Münzkabinetts im Landesmuseum Württemberg und Vorsitzender des Württembergischen Vereins für Münzkunde, seinen 75. Geburtstag feiern. Aus Anlass dieses Jubiläums veranstaltet der Württembergische Verein für Münzkunde am Samstag, 21. Oktober, ein eintägiges Kolloquium mit sieben seiner numismatischen Weggefährten. Auf die Begrüßung durch Matthias Ohm, Nachfolger als Leiter des Münzkabinetts und als Vorsitzender des Münzvereins, und das Grußwort von Stefan Sonntag, Münzhändler und Verleger vieler Werke von Ulrich Klein, folgten sieben Vorträge, deren Themen die große Bandbreite der numismatischen Interessen des Jubilars von der Antike bis ins 20. Jahrhundert wiederspiegelten. Den Anfang machte Rainer Albert (Speyer), der über Augustus und die Kuh des Myron berichtete. Arent Pol (Utrecht) wandte sich der Sammlung Unger zu, die in den 1930er Jahren ins Stuttgarter Münzkabinett kam. Die beiden folgenden Vorträge waren den hochmittelalterlichen Münzen gewidmet, einem der Forschungsschwerpunkte Ulrich Kleins. Peter Ilisch (Münster) referierte über Die schwäbischen Münzen der ottonisch-salischen Zeit in polnischen Funden; Michael Matzke (Basel) berichtete über Neckarschwäbisches zwischen Tübingen und Sindelfingen. Das Thema von Matthias Ohm (Stuttgart) waren Münzen und Medaillen in Grundsteinen und Turmknäufen, während Albert Raff (Stuttgart) über neue Erkenntnisse zum Medaillenschaffen des königlich-württembergischen Hofmedailleurs Karl Schwenzer (1843–1904) informierte. Den Abschluss der gut besuchten Veranstaltung bildete der Vortrag von Bernd Kluge (Berlin) zum Quo vadis (deutsche) Numismatik?
Ein Druck der Vorträge ist in Vorbereitung.

01.11.2017

Ein Dukaten Kaiser Leopolds I. - ein außergewöhnlicher Münzfund in Vaihingen

Am 26. Mai 2017 machte Alexander Danz vom Vaihinger Geschichtsverein einen spektakulären Fund. Bei Aufräumarbeiten im Haspelturm entdeckte er zwischen zwei Steinplatten einen Dukaten. Die Goldmünze war im Jahr 1693 von Kaiser Leopold I. im ungarischen Kremnitz, dem heutigen Kremnica in der Slowakei, geprägt worden. Auf der Suche nach fachlicher numismatischer Beratung startete der Geschichtsverein eine Internetrecherche, stieß auf den Numismatischen Verbund Baden-Württemberg und kontaktierte Dr. Susanne Börner, Koordinatorin des Verbunds. Sie leitete die Anfrage an Dr. Matthias Ohm vom Münzkabinett im Landesmuseum Württemberg weiter, der die goldene Fundmünze begutachtete. Für den aktuellen Band der Schriftenreihe der Stadt Vaihingen an der Enz, der kurz vor der Drucklegung stand, verfasste er einen kleinen Beitrag, der Text und Bild von Vorder- und Rückseite erläutert, über Geschichte und Feingehalt der Dukaten informiert, Angaben zum Wert der Münze im ausgehenden 17. Jahrhundert bietet und schließlich Überlegungen anstellt, wann und warum die Goldmünze wohl verborgen wurde.
Vgl. dazu: Matthias Ohm, Ein in Kremnitz geprägter Dukaten aus dem Jahr 1693 - ein spektakulärer Fund im Vaihinger Haspelturm, in: Streifzug durch die Jahrhunderte, (Schriftenreihe der Stadt Vaihingen an der Enz, Bd. 15), Vaihingen an der Enz 2017, S. 245-249.